Unsere Ziele für Stadt Aue und Kreis Erzgebirge

Übersicht:

Bürger- und Heimatstadt
Arbeit und Wirtschaft/ Gewerbe
Sicherheit und Ordnung/Hochwasserschutz
Familie, Kinder, Bildung und Schule
Denkmalschutz, Innenstadt
Innenstadtwohnen
Wohnen für Alt und Jung
Moderne Stadt
Ganzheitliche Energiepolitik
Umweltschutz, Daseinsfürsorge
Verkehr und Lärmschutz
Nahverkehr
Sportstadt
Kulturstadt
Tourismus, Stadtmarketing, Verbesserung des Geschäftsumfeldes
Soziale Stadt
Silberberg
Alberoda
Städtepartnerschaften/Internationale Kontakte und Willkommenskultur
Unsere Kirchgemeinden
Bürgerschaftliches Engagement
Moderne Verwaltung
Stadtbibliothek

Bürger- und Heimatstadt

Aue als Stadt hat sich durch Zuwanderung vieler Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten und Ländern Deutschlands
bis in die Neueste Geschichte hinein entwickelt. Sie alle prägten und prägen das Bild als Stadt der Bürger, die hier Heimat fanden und finden. Aue ist nicht nur in gewissem Sinne baulich ein bisschen städtischer(„ein zweites Chemnitz“)als andere Orte, ganz deutlich im Sport, sondern Aue ist zudem eine Idee. Sie verbindet die Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit des Erzgebirges einschließlich der dazugehörigen Traditionen und Werten mit einem hohen Maß an Aufgeschlossenheit für Neues, Urbanität sowie kulturellem Leben. Aue ist damit idealer
Ausgangspunkt für gesellschaftliches Engagement vieler Menschen und weiter Kreise in unserer modernen Bürgergesellschaft mit ihren breiten, nunmehr häufig digitalen Möglichkeiten der Teilhabe, verbunden mit stadttypischen Freiheiten, aber auch der Bereitschaft, ggf.
Verantwortung für die Mitbürger, denen es nicht so gut geht, zu übernehmen.

Arbeit und Wirtschaft/Erschließung neuer
Gewerbegebiete/Digitale Infrastruktur

Es gilt nicht nur neue Unternehmen anzusiedeln, sondern vor allem den erfolgreichen einheimischen Betrieben ausreichend Entwicklungsflächen
zu bieten. Mit dem Gewerbegebiet Brückenstraße konnte dies zum Beispiel erreicht werden. Mit dem Umbau am Bahnhof zur Schnittstelle des Nahverkehrs und der Errichtung einer neuen großen Wagenhalle für den Regionalverkehr kann dann auch nach der zwischenzeitlich abgeschlossenen Sanierung der Wismut- Zeche 20 das Gewerbegebiet Bahnhof erschlossen werden. Die Fläche des ehemaligen Betriebswerkes bietet zusätzliche Möglichkeiten. Zudem gibt es zahlreiche Baulücken, die für kleinteiliges Gewerbe zur Verfügung stehen. Neben dem Gewerbegebiet Alberoda 2 ist der regionale Vorsorgestandort an der BAB- Ausfahrt Hartenstein ein wirtschaftsnahes Projekt. Auch digital muss Aue am Ball oder besser gesagt an der Leitung bleiben. Mit der Kabelinfrastruktur einheimischer Betreiber stehen aber entwicklungsfähige Reserven
zur Verfügung. Neben Gewerbegebieten und digitaler sowie verkehrlicher Infrastruktur werden Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten,
wenn auch in Zukunft Fachkräfte zur Verfügung stehen. Das Engagement von IGA e.V., Bundesagentur für Arbeit, Landkreis, des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft, Stadt und Gewerbetreibenden, IHK und Handwerkerschaft ist im Westerzgebirge vorbildlich.
Das zeigen auch die häufigen Berufsausbildungsmessen, Tage der offenen Unternehmen etc.

Sicherheit und Ordnung/Hochwasserschutz

Sicherheit ist nicht nur wichtig für die Wirtschaft, sondern Teil der Lebensqualität. Die Bestreifung vorwiegend der Innenstadt auch mit kommunalem Personal ist dabei unverzichtbar geworden, bindet aber auch dauerhaft Mittel. Größere Sorgen macht die Tageseinsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehr. Nur durch jederzeit verfügbares Personal kann diese lebenswichtige Funktion abgesichert werden. Seit Jahren folgt die Einstellungspolitik im städtischen Betriebshof diesem Prinzip. Sie erstreckt sich nunmehr, ähnlich wie in der kommunalen Praxis anderer Kommunen und im europäischen Ausland, auch auf weitere Bereiche. Aber ohne Freiwilligkeit geht es nicht, deshalb soll die Freiwillige Feuerwehr weiter gut ausgerüstet, geschult und gesellschaftlich hoch geschätzt werden.
Das „Notinsel- Projekt“, an dem viele Auer Geschäfte teilnehmen, bietet unseren Kindern Zuflucht in Alltagssituationen, wie Nachstellungen,
Mobbing etc.
Der staatliche Hochwasserschutz ist nach 2002 auch auf Drängen der Stadt und zu einem kleinen Teil unter deren Mithilfe entstanden.
Er hat seine Bewährungsprobe 2013 im Wesentlichen bestanden.
Jetzt gilt es, zügig auf den Schluss noch vorhandener Lücken hinzuwirken. Während der Freistaat 2014 damit beginnen will, bleibt für die Stadt die Aufgabe, die Gewässer 2. Ordnung zu ertüchtigen und Einzelprobleme, wie Hangwasser, zu lösen.
Der Ausbau der Wasserwehr im Rahmen der FFW ergänzt den kommunalen Hochwasserschutz.

Familie, Kinder, Jugend, Bildung und Schule

Unsere Oberschule Aue- Zelle und ein Teil der Grundschulen sind saniert, die anderen stehen an, Planungen liegen zum Teil vor. Die
Kindertagesstätten sind durchweg erneuert. Mit der Verlegung des Horts in die Dürer-Schule kann dort eine neue Kindertagesstätte für den innerstädtischen Bedarf geschaffen werden.
Schulvorbereitungsangebote wie Vorschulschwimmen, Frühenglisch, musikalische Früherziehung, kreatives Gestalten, Sport und
Bewegung werden in der Grundschule z.T. fortgeführt. So werden die Grundschüler frühzeitig in Analogie zur MINT- Initiative an die
Naturwissenschaften herangeführt (keine Angst vor Mathematik oder Physik).
Erinnert sei an den 2. Klassensatz Schulbücher für einen leichten Ranzen. Für Schüler der weiterführenden Schulen werden anteilig Fahrtkosten von der Stadt übernommen.
In Aue gibt es zahlreiche Spielplätze für Kinder unter 12 Jahren, Verbesserungen sind aber immer möglich. Für Kinder ab 13 Jahren
und Jugendliche stehen u.a. folgende Einrichtungen zur Verfügung: Streetball-, Skatinganlage, Bolzplätze, z.B. auf dem Brünlasberg,
Eislaufhalle, Kino, Tanzschule, Tiergarten, Bowlingbahn, Kulturhaus, Schwimmhalle und Freibad. Generationenübergreifende Freizeit- und Fitnessanlagen („Seniorenspielplatz“) werden nicht mehr nur eine Vorreiterrolle haben, sondern sollten Alltagskultur werden.
Erhebliche Fördermittel oder Investitionen fließen an die Auer Sportvereine für den Bereich Jugendarbeit.
Jugendarbeit findet jedoch auch in der Jugendfeuerwehr statt. Auch unsere Kirchgemeinden sind auf diesem Gebiet aktiv. Weiter wird die offene Jugendarbeit freiwillig unterstützt und hat im Mehrgenerationenhaus eine Heimstatt. Dies alles so oder ähnlich zu erhalten, ist allein schon eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Bestandssicherung und ggf. Ausbau gymnasialer Bildung, sei diese allgemein oder beruflich, ist ein wichtiger Standortfaktor, hierzu tragen das geplante Sportinternat und das Nachwuchsleistungszentrum bei.
Das stadteigene Schulgebäude Pestalozzi-Schule, vormals 1. Auer Bürgerschule, sollte auch in Zukunft schulisch genutzt werden.
Dem Wunsch vieler Jugendlicher hinsichtlich einer standort-nahen Jugenddisco (auch für sog. Normalos) sollte Rechnung getragen werden, damit die Freizeitqualität auch zum dauerhaften Bleiben beiträgt. Die Stadt kann hierbei allerdings nur die Revitalisierung anschieben, dann sollte das Ganze selbständig betrieben werden.

Denkmalgeschützte Innenstadt erhalten und attraktiv gestalten

Die Gründerzeitarchitektur vermittelt für die tatsächliche Größe unserer Kommune einen sehr städtischen Charakter, wofür wir
von Gästen immer wieder beneidet werden. Aue ist auch bekannt als Stadt der kurzen Wege, denn sehr viele städtische Einrichtungen und die Infrastruktur sind fußläufig erreichbar. Eine derartige Erreichbarkeit und kreative Situation bevorzugen nicht nur jüngere Leute, die ein gewisses Maß an Urbanität und Vielfältigkeit suchen, sondern auch Senioren, die Abwechslung und Gesellschaft wünschen. Bei sinkenden Zuwendungen aus der Städtebauförderung wird man sich aber auf die Innenstadtquartiere in Blockrandbebauung konzentrieren müssen.
Mit der Schaffung der barrierefreien und seniorengerechten Wohnungen Schillerstraße 1-3 wird ein weiter Schritt zur Aufwertung der Innenstadt getan. Die Anreicherung von Funktionen für das Gebäude Albrecht – Dürer – Schule folgt. Denkmalschutz steht dabei ganz vorne. Am Altmarkt gibt es in den nächsten zwei Jahren eine städtebauliche Veränderung durch den teilweisen Rück- und Umbau der Bahnhofstraße. Flanieren, Einkaufen, Verweilen und Besuch der Außen-gastronomie sind damit verbessert möglich. 2014 entsteht der lang ersehnte Uferweg von der Brücke am Haus „Zum Muldental“ bis zur Schieckbrücke.

Innenstadtwohnen

Die Mehrfamilienhäuser der Innenstadt mit haben durchaus eine Zukunft als Quartiere für attraktives städtisches Wohnen verschiedener Generationen zu bezahlbaren Mieten. Allerdings muss zum Teil der Verkehrslärm deutlich verringert werden, damit diese attraktiv werden. Zudem sollte jede Wohnung eigene Stellplätze aufweisen.
Also müssen die Quartiersblöcke, soweit noch nicht geschehen, umgestaltet werden, d.h. dort sollen Hausgärten und Parkplätze entstehen. Mit dem Umbau der Straßeneinmündung Schillerstraße / Goethestraße werden ab 2015 Akzente für die zukünftige Verkehrslenkung gesetzt.

Wohnen für Jung und Alt

Während Ältere zunehmend die Innenstadt für sich als Wohnquartier
entdecken und damit Nachfrage für sanierungsfähige Gründerzeithäuser
erzeugen, konnten andere Großstandorte der Stadt in den letzten Jahren
saniert werden. Attraktive Wohngebiete sind Brünlasberg, Eichert
und der Zeller Berg. Am Z- Block wurden zeitgemäß Balkone
durch die Auer Wohnungsbaugesellschaft nachgerüstet.
Wohnbaustandorte für das Eigenheimjüngerer Familien entstehen
an der Sonnenleithe und an der Friedenskirche durch private
Investoren. In Neudörfel mit seinen traditionellen Einfamilienhäusern
will die Stadt die Erschließung eines Bebauungsplangebietes beginnen.

Moderne Stadt

Neben dem Schutz alter Bausubstanz brauchen modere Stile seinen Platz im Stadtbild, denn eine Stadt muss sich auch weiterentwickeln,
will sie denn im Wettbewerb um Bewohner, Bürger und Wirtschaftsunternehmen bestehen. Einige Neubauten konnten bereits Baulücken schließen, schicke Stadtvillen in den neuen Standorten fürs Wohnen bereichern bald die architektonische Vielfalt.

Ganzheitliche kommunale Energie- und Klimapolitik

In Aue mit seinem kommunalen Stadtwerk wird bereits ein sehr großer Teil der Energie umweltfreundlich, klimaschonend, verbrauchernah und versorgungssicher, also dezentral und nachhaltig sowie in hohem Maße erneuerbar erzeugt. Mehrere Wasserkraftwerke, eine Deponiegasanlage, neue Blockheizkraftwerke mit Wärmekopplung sowie die bei uns noch ausbaufähige Photovoltaik sorgen hierfür. Auch unsere Erdgastankstelle
liefert nicht nur einen kohlenstoffarmen Beitrag hier zu, sondern bietet auch einen äußerst preisgünstigen Treibstoff an, der zukünftig auch aus Biomethanproduktion stammen kann oder aus power-to-gas-Anlagen. Der kommunale Fuhrpark richtet sich hierauf als Vorbild ein. Das Segment Elektro- (e)-Mobilität wird zukünftig auch durch unsere Stadtwerke richtungsweisend bedient. Im Bereich der Erdwärme können wir das WISMUT- Erbe des Auer Granituntergrunds antreten, sei es die Möglichkeit der oberflächennahen Grubengeothermie oder der noch visionären iefengeothermie (in sehr großen Tiefen) mit dem sog. Sondenverfahren. Es verursacht keine Mikro-Seismik und ist daher mit höchster Akzeptanz durch die Bevölkerung verbunden. Bereits verwirklicht wird die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf. Energiesparlampen der neuesten Generation(LED). Auch Neuanpflanzungen an Straßen und in der Flur zeugen von ökologischem Grundbewusstsein.

Umweltschutz und Daseinsfürsorge

Trink- und Abwasserverbände arbeiten ständig nach dem neusten Stand der Technik und sind Vorreiter bei neuen Verfahren, hier ist die Ultrafiltration für den Trinkwasserhochbehälter Eichert zu nennen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Talsperrenwasser und Quellwasser garantiert Versorgungssicherheit. Methan aus Klärschlamm für Mikroturbinen ist nicht nur klimaneutral, sondern entlastet von Kosten. Die Erneuerung von alten, undichten Leitungen wird weiter betrieben, um die Umwelt zu schonen und um einen Investitionsstau zu vermeiden sowie das Betriebsvermögen zu erhalten. Insgesamt gesehen, sind stabile Preise für beide Wassersparten, die sich dauerhaft in kommunaler Hand befinden, gesichert und so soll es bleiben.

Verkehrsprobleme/Lärmreduzierung

Zur Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt bedarf es einer weiteren, nennenswerten Verkehrsentlastung ohne den Blickkontakt der Autofahrer zum Geschäftsleben zu unterbrechen. Nachdem sich die Entwicklungsachse im Sinne des Verkehrs von der Schneeberger Straße Richtung Bad Schlema auf die S 255 Chemnitzer Straße seit Schaffung des Autobahnzubringers verlagert hat, ist die Weiterführung zum Becherweg zwingend.
Hierzu sollte der Zeller Tunnel geschaffen werden. Wurde diese
Idee ursprünglich als unwirtschaftlich abgetan, ist sie nunmehr
Untersuchungsgegenstand staatlicher Verkehrsplanung ebenso
wie eine Kreisellösung im Bereich ehemaliger Schlachthof.

Schienen- und Busverkehr am Bahnhof / Drehscheibe des Personennahverkehrs

Die gute Anbindung per Schiene muss erhalten bleiben. Das gilt insbesondere für die Strecke Aue- Chemnitz, die mit viel Aufwand sanierte wurde. Bei dieser Verkehrsform darf nicht am falschen Ende gespart werden. Mit der neuen sog. SPNV/ÖPNV- Schnittstelle Bahnhof Aue wird nicht nur das Gelände saniert, sondern auch für ältere Fahrgäste und Behinderte etwas getan. Im Übrigen wird dadurch der Nahverkehr natürlich angenehmer für Fahrgäste. Zwischenzeitlich hat die Bahn mit ersten Schritten im Sinne einer Verbesserung im Bereich des Personenbahnhofes begonnen. Mit den Plänen zur Aufwertung der Strecke Chemnitz-Leipzig für den Fernverkehr wird die Weiterführung des verdichteten Taktes im Rahmen des Chemnitzer Modelles für Aue bedeutsam, d.h., der Verkehrsknotenpunkt Aue wird in dieses Modell einbezogen. Die Stadtbuslinien runden das Nahverkehrsangebot ab.

Sportstadt Aue

Der FCE-Aue ist das Aushängeschild des ganzen Erzgebirgskreises,
hinzukommen unser EHV, die Ringer und Schach. Nicht im Schatten, sondern
im Gefolge der Bundesligisten blühen auch andere Sportarten in den Sparten oder lokal bedeutsame Vereine.
Aue ist zudem eine echte Sportstadt. Mit dem Stadionumbau / Neubau
für unsere Veilchen und der Schaffung des Nachwuchsleistungszentrums
einschließlich der Schaffung von Flächen für weitere Sportarten
und den ruhenden Verkehr haben sich Landkreis und Stadt für die
nächsten Jahre viel vorgenommen. Auf dem Zeller Berg und rund ums Stadion sollen viele ebenerdige, temporäre Parkflächen entstehen. Zudem sind die Parkplätze der Innenstadteinpendler am Wochenende (Fr. abends bis So) als Reserven noch nicht richtig erschlossen. Das Pendelbussystem ist noch ausbaufähig. Hierzu bedarf es weiterer Absprachen zwischen Verein, Nahverkehr und Stadt.

Kulturstadt Aue

Kulturhaus und Erzgebirgische Philharmonie Aue tragen ebenfalls zur Bedeutung unserer Stadt als Zentrum des Westerzgebirges bei. Der Erhalt unserer Hochkultur ist ein wichtiger Auftrag. Zwischenzeitlich sind wir auch unserer geschichtlichen Bedeutung wieder bewusst geworden. Am 7.Mai 1173 durch Barbarossa (Klösterlein Zelle) gegründet, hat Aue bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht: Melchior Lotter als Reformations-schriftendrucker Luthers, später Industriepioniere wie Veit Hans Schnorr von Carolsfeld, August Wellner, Erdmann Kircheis, Bernhard Hiltmann,
Ernst Gessner, Curt Bauer u.v.m. Eine mehrere Jahrhunderte dauernde Bergbau – und Bergbaufolgeindustriegeschichte vom Zinn und Kaolin bis hin zum Uran, aber auch Flußspataufbereitung prägten und prägen die Industriekultur. Das Herrenhaus Auerhammer kann Kern eines Auer Industriemuseums werden. Allerdings kann keine Stadt, jedenfalls dieser Größe, eine Vielzahl von Museumsideen realisieren. Deshalb muss bei der Bewerbung mit dem Wellner-Gebäude um das Außenstellenkonzept der sächsische Landesausstellung 2018 beachtet werden, dass die Nachnutzung wirtschaftlich und realistisch ist. Mit einem Besucherzentrum im Rahmen des Weltkulturerbes Montanregion Erzgebirge wäre ein guter Ansatz gefunden. Private Investoren der verlässlichen Art sollten für „Wellner“ gewonnen werden. Unser jetziges Museum ist sicherlich auf Dauer zu klein, fällt aber Kennern in der Szene thematisch oftmals mit Sonderausstellungen und durch Originalität auf, selbst Subkultur wird geboten.

Tourismus, Stadtmarketing und Verbesserung des Geschäftsumfeldes
Aue hat an Bedeutung gewonnen und steht bei den Gästen hoch im Kurs. Mit der Einführung der Bergparade zum ersten Advent konnten nicht nur die Wünsche vieler Auer zum Thema Bergbautradition erfüllt werden, sondern Aue ist auf dem besten Wege touristisch aufzuholen.
Neben dem Stadtfest und dem Raachermannlmarkt lockt nunmehr der
Muldentalradweg viele Tagesgäste an. Mit seinem Ausbau Richtung Böhmen als Karlsroute und nach Norden Richtung Zwickau/Wolkenburg gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten. Auch im Netz und der realen Welt soll das Stadtmarketing noch neue Akzente setzen.
Neben den Aktivitäten der städtebaulichen Sanierung und des allgemeinen Stadtmarketings gibt es Handlungsbedarf in der Innenstadt. Gäste sind häufig über das breite Angebot inhabergeführter Einzelhandelsgeschäfte erstaunt. Dennoch gibt es Leerstände, zum Teil strukturell bedingt (Internet-Handel, eBay, Amazon, Zalando- Effekt), die das Erscheinungsbild trüben. Als Gegenmittel kann die Nutzung durch Dritte, z.B. Theater und Philharmonie, Künstler, Vereine, gemeinnützige Organisationen und Gewerbetreibende wirken. Das ist nur eine Strategie, wie bereits in vielen anderen Städten praktiziert. Insgesamt ermöglich das neue sächsische Gesetz zur Verbesserung des Geschäftsumfeldes (sog. BID- Gesetz)
das Zusammenwirken von Geschäftsleuten, den Eigentümern und der Kommune. Diese Maßnahmen werden gemeinsam finanziert und sog. „Trittbrettfahrer“ vermieden. Dabei geht es um Dinge wie gemeinsame Werbung, Stadtmarketing- Aktionen, kulturelle Rahmenprogramme, Weihnachtsbeleuchtung usw.
In der neuen EU-Förderperiode werden die Mittel für Sachsen zwar geringer, aber teilweise auch erhöht. Die Chancen stehen gut, dass sich damit ein Citymanagement schaffen und finanzierenlässt. Auf IGA e.V. und Stadt warten damit spannende Aufgaben und Herausforderungen. Weiter kann ein Verfügungsfond gemäß Baugesetzbuch helfen. Allerdings kann die städtische Unterstützung, vorwiegend im Städtebau, nicht die Eigeninitiative der Gewerbetreibenden und Bürger ersetzen.

Soziale Stadt

Viele Dinge, die den Bereich Bildung, Familie und Kinder oder Jugendliche betreffen, formen Aue auch als eine engagierte soziale Stadt. Hierzu zählt weiter die nachhaltige Unterstützung des Bürgerhauses, das mit seinem Trägerverein sowohl bei der Jugendsozialarbeit als auch generationenübergreifend tätig ist.
Aue legt auch Wert darauf, dass Senioren und Behinderte barrierefrei
alle Einrichtungen aufsuchen können. Das Babybegrüßungsgeld soll nicht nur als Leistung dienen, sondern zur Wahrnehmung der Vorsorgeuntersuchungen anspornen.
Wir dürfen die Langzeitarbeitslosen bei der jetzigen guten
Konjunktur nicht aus dem Auge verlieren, vielmehr besteht
jetzt die einmalige Chance diese mit den eingesparten Mitteln
nachhaltig zu integrieren. Dafür müssen aber die bürokratischen
Hemmnisse, die z.B. gemeinnützige Arbeit in Stadt und Gemeinde
verbietet, beseitigt werden. Hier ist allerdings unsere Stadt Vorbild,
im Zusammenspiel mit privaten Trägern wird vielen Mitbürgern
Gelegenheit auf dem sog. 2.Arbeitsmarkt geboten. Genannt seien die Tafelgärten sowie die Maßnahmen der Stadtverschönerung. Umgekehrt bieten viele Freiwillige bereits ihre Dienste für das Gemeinwesen an, so konnten reichlich Bundesfreiwilligenplätze in unserer Stadt geschaffen werden und auch zum Teil besetzt werden. Dank Angeboten wie der Auer Tafel und Leistungen anderer caritativer Organisationen wird das Gemeinwesen entlastet und auch dem sozial schwächeren Mitbürger geholfen.

Silberberg/Erzstadt

Auf Grund des demographischen Wandels, den wir alltäglich wahrnehmen, dem Rückgang europäischer und staatlicher Förderungen und Zuweisungen bis zum Ende des Jahrzehntes sowie dem auch im öffentlichen Bereich erwarteten Fachkräftemangel ist der Zusammenschluss zur Einheitsstadt durchaus eine sinnvolle verwaltungspolitische Lösung. Im Hinblick auf unterschiedliche Ausgangslagen (Steuerkraft, Hebesätze der Steuern, freiwillige Leistungen, Schuldenstand, wirtschaftliche Lage der Wohnungsbaugesellschaften) besteht jedoch Gesprächsbedarf. Ein Bürgerentscheid zur gemeinsamen Stadt will zudem auch inhaltlich vorbereitet sein, denn die Identität der bestehenden Städte und Gemeinden muss gewahrt bleiben, die Teilhabe- und Teilnahmemöglichkeit der Bürger vor Ort muss in gleichem Umfang gesichert sein. Zunächst mit Fusionen auf Teilgebieten zu beginnen (Standesamt, Straßenverkehrsbehörde, EDV, Datenschutzbeauftragter etc.), verspricht ein auf Dauer angelegtes Zusammenarbeiten, das durchaus zügig zur Gründung einer gemeinsamen Stadt führen kann.

Alberoda

In Alberoda konnten mit Mittel aus einem europäischen Landwirtschaftsfond Straßen gebaut werden, aber auch die ehemalige Schule zu einem Gemeinschafthaus für die Kindertagesstätte, die Vereine und die Feuerwehr umgestaltet werden. Wohnbaustandorte wurden durch entsprechende Satzungen neu geschaffen. Mit dem Neubau der Brücke über die Eisenbahn werden vor allem Probleme des Schwerverkehrs gelöst und damit die Wohnqualität verbessert. Das Projekt Gewerbegebiet 2 ermöglicht weitere Firmenansiedlungen. Die Lebensbedingungen und die verkehrliche Erreichbarkeit sind nahezu ideal und das wissen viele Alberodaer, sie sind zu Recht stolz auf ihren Stadtteil.

Internationale Kontakte und Willkommenskultur

Städtepartnerschaften dienen aktiv der Völkerverständigung auf
bürgerschaftlicher Ebene und bereiten die europäische Integration für jeden tatsächlich greifbar vor. Sie dienen damit auch der Schärfung des Blickes für eine Willkommenskultur. Deshalb gilt es, sie weiter zu pflegen, z.B. durch vermehrten Austausch von Schülern, Studenten und Künstlern. Hier können auf Auer Seite noch Reserven mobilisiert werden. Neben Solingen als Partnerstadt der ersten Stunde haben sich die Beziehungen nach Kadan und Guingamp gut entwickelt.

Bürgerbeteiligung und Integriertes Stadtentwicklungskonzept- Leitbildnovelle
Unsere Stadt verfügt seit über 10 Jahren über ein bürgerschaftlich
entstandenes Stadtleitbild mit Maßnahmenkatalog, eine wichtige
Voraussetzung für die Bewilligung von staatlichen Fördermitteln.
Etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit und den Medien wurden
die Entwicklungskonzepte aber ständig fortgeschrieben, so dass
durchaus umfassende integrierte Anleitungen und Programme
zur Verfügung stehen. Eine neue Runde bürgerschaftlicher
Beteiligung wurde bereits im vergangenen Jahr praktiziert.
Dies gilt es fortzusetzen, damit wir bald ein Leitbild für 2030
haben( AU-E 2030).

Unsere Kirchengemeinden
Das religiöse Leben ist in Aue intensiv, zahlenmäßig stark und
vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf Seelsorge im engeren Sinne. Die bürgerliche Gemeinde wird dementsprechend im sozialen Sektor ergänzt und in gewissen Teilen entlastet. Im Hinblick auf die Bedeutung der Sakralbauten für das Stadtbild wird weiterhin eine Förderung der Denkmale im Rahmen der städtebaulichen Förderung angezeigt sein.

Unsere Stadtverwaltung

Auch unsere Stadtverwaltung muss für die Zukunft fit bleiben.
Wurden Altersteilzeitmodelle bereits in der Vergangenheit genutzt,
den Personalkörper deutlich zu verjüngen, gilt es, geeignetes
Fachpersonal auch auf Dauer zu halten, insbesondere im Sektor Datenverarbeitung und digitale Medien. Die Themen e-government(elektronischer Zugang des Bürgers zur Verwaltung) und social media(soziale Medien und Nutzung durch die Stadtverwaltung und Bürgerschaft) sind ebenso ausbau- und verbesserungsfähig wie die Gestaltung der Internetauftritte. In geeigneten Fällen beschäftigt die Stadt als Vorbild sog. ältere Arbeitnehmer neu, diese geben ihre Erfahrung an junge weiter,
die dann die Position in ein paar Jahren einnehmen.
Auch im Bereich Barrierefreiheit und Einbeziehung Behinderter ist die Stadt vorn dabei. So hat das Rathaus Aue den 1. Sächsischen Inklusionspreis gewonnen. Dies ist kein Grund zum Aufhören, sondern Motivation zu weiterem Handeln.

Besondere Anerkennung der Stadtbibliothek Aue

Besondere Anerkennung der Qualität unserer Stadtbibliothek Aue, welche durch stark gestiegene Nutzer- und Entleiherzahlen belegt ist. Um dieses sehr gute Niveau zu halten, bekennen wie uns zu unserer Stadtbibliothek.